Toroki & Isayah – African Step

Kilo Jules hat mal dieses Toroki & Isayah Album gecheckt 🙂

Frühjahr 2017: Moa Anbessa spielt in Nürnberg auf dem Jah Chalice Soundsystem. Die Stimmung ist MEGA! Als die Lichter angehen und die Italiener sich verabschieden, kommt nochmal die Chalice-Crew mit dem Last-tune. Toroki vom Bootsmann Soundsystem steht mit Isayah hinter den Controls und aus den Boxen kommen Klänge die ankündigen, dass gleich alles zu spät ist. „Chant Jah“ läuft und zersägt die Session komplett! BOOOM! (Das ganze Spektakel kann beim Videoportal mit dem Y gefunden werden.) Es ist schon fast schade, dass ich das Album über meine Heimanlage höre! Denn die LP der beiden Künstler passt so sicher zu einem Soundsystem, wie das Amen in der Kirche.

An diesem Abend bin ich auf Toroki als Produzenten aufmerksam geworden. Dass das Hause Bootsmann eine talentierte Beatschmiede ist, wusste ich schon von dem ungewöhnlich-wunderbaren Style und den Tunes von Nizze-Low. Der routinierte MC Isayah ist bei Soundsystem-Sessions meist im Süden Deutschlands anzutreffen. Ein unbeschriebenes Blatt ist er auf keinen Fall, da er schon auf Stepwise Records, New Flower Records und Jah Chalice Records Releases auf Vinyl zelebrieren konnte. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit aDUBta und seinem Mikrofon-Kollegen Jone C Fyah zusammen. Dass die Kombination und Zusammenarbeit von Produzent und Sänger fruchtbar ist, konnte man seit dem 7inch – Release „Lion (inna Jungle)“ erahnen. Die Scheibe wird international gespielt und ist inzwischen für einen stolzen Preis zu bekommen.

Sein Studio, so sagt Toroki selbst, hat sich mit dem Album zusammen entwickelt. Dass der Produzent Musik seit seinem sechsten Lebensjahr macht, kann man hören. Denn die Tunes sind unterschiedlich und bringen immer mal eine andere Facette zum Vorschein. Mal bleibe ich nur auf einer super smoothen oder ruffen Bassline hängen, bei anderen Tunes gräbt sich der Synthsound oder der Gesang in die Hörorgane…. versatile eben. Vielleicht hört man auch vieles als Musiker/Instrumentalist, worüber sich andere keine Gedanken machen. Spaß macht die Platte allemal. Das musikalische Grundgerüst lässt der Titel des Albums ja bereits vermuten. „African Step“ widmet sich dem Stepper-style und der geht auch auf keinem Track verloren, ohne dabei langweilig zu werden. Hier hört man den Einfluss aus England und Frankreich mit eigener Note. Es gibt in der Szene zumindest Größen, die gelangweilter und mehr nach Schema F produzieren. Man kann also gespannt abwarten was in Zukunft noch aus dem Hause Toroki flattert!

Am Mic flowt Isayah wahnsinnig, da merkt man, dass auch er schon länger in der Szene unterwegs ist. Das Zuckerstück am Mikrofon ist für mich „Iniversally“, welcher durch ganz hohe Technik überzeugt. Gerade die Mischung zwischen Parlando und Gesang ist auf der kompletten LP genauso super ausgewogen wie gewählt! Für mich persönlich dreht sich das Album in Sachen Text manchmal ein bisschen im Kreis, aber wer mit Rastafari und Co. nicht so viel am Hut hat, kann sich an dem Flow des Sängers erfreuen oder auf die Versions skippen. Auf jeden Fall Respekt: man muss auch erstmal das Thema des Albums so konsequent durchziehen können, aber thematisch eben Geschmackssache.

Besonders gefreut hat mich, dass „PiyaZawa“ an der Querflöte gleich auf der ersten Version den instrumentalen Beitrag zum Album abgibt. Die sympathische Dame liefert regelmäßig wunderschöne Klänge bei Sessions sämtlicher Sounds ab. Das hätte ich gerne öfter gehört, nicht zwingend immer in dieser Kombination aber andere Instrumentalisten hätten sich auch auf den Versions austoben können. Denn praktisch das gesamte Album ist wie eine Single aufgebaut: Erst der Tune mit Lyrics und danach die Dub-Version. Natürlich geben die Versions so in Livesessions mehr Freiraum für Künstler. Dennoch, hier und da hätte man nochmal Features an den Instrumenten einbauen können.

Insgesamt eine runde Geschichte oder es mit den Worten des Münchener Produzenten zu sagen: „DUB IS A MOVEMENT TING!“

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