Tape Check #4

Es gab wieder neue Kassetten! Zeit also fĂŒr einen weiteren Tape Check 😉

Das aktuelle Tape auf dem Label Do You Have Peace lĂ€uft hier momentan auf Dauerschleife. Egal ob nach dem Aufstehen oder nach der Arbeit, dieses Tape catcht genau diesen Vibe. Als Mixtape angelegt, bewegt sich das neue Release von Sunun und Jiinx irgendwo zwischen Ambient, Dubwise, Slow Jams und Jungle. Dabei werden bereits bekannte und unbekannte Tunes sowie Demos verwurschtelt. Dass die beiden Producers keine Experimente im Sound scheuen, wissen wir bereits von etlichen Releases. Besonders ist, dass das Mixtape von Jiinx wĂ€hrend seiner Nachtschichten in seinem alten Auto (zu sehen auf dem Cover) am Laptop aufgenommen wurde. So kommt auch dieser leicht verschobene Vibe daher. Am besten beschrieben vom Label selbst: 

The tape operates in the spaces between waking and sleeping and night and day – and manages to walk the line between euphoric rave afterglow and sleepless sickness and disorientation.

Und wenn ihr jetzt Interesse bekommen habt, muss ich euch ein weiteres Mal enttÀuschen. Das Mixtape von Sunun und Jiinx ist nÀmlich bereits ausverkauft. Es gibt jedoch die Möglichkeit das Ding auf Bandcamp zu streamen bzw. zu downloaden. Es lohnt sich!

Auch die nĂ€chste Kassette ist ein Projekt welches ich den ganzen Tag hören könnte. GOALS ist der Zusammenschluss drei britischer Produzenten (EAN, Jon1st und Will LV). Was die Typen hier veranstalten ist ein wahres Fest. So gut wie jedes geliebte Genre wird hier verarbeitet. Bereits nach dem Intro kommt mit Back To Transition ein ĂŒbles Brett aus Garage, Dubstep und Dub Elementen, dass einfach zum Tanzen einlĂ€dt. Und was hier schon getanzt wurde… Das Thema Goals (also Ziele) wird dabei konsequent durchgezogen. Kleine Interludes ermuntern beim Zuhören und erinnern, dass es wichtig ist eigene Ziele weiterzuverfolgen. Zum GlĂŒck verfolgten die Jungs nach ihrem 2016 Debut weiter ihr Ziel und droppten nun den Nachfolger. Jeder der drei bringt seinen eigenen Stil mit ein. Ob Jon1st, der mal DMC World Online Champion war und ein Perfektionist im Scratchen und Mixen ist oder Will von LV, die mit ihrem Projekt schon dicke Releases auf Hyperdub oder ihrem eigenen Keysound Recordings veröffentlicht haben. Vor allem die VielfĂ€ltigkeit der Produktionen macht Spaß. Die Tracks bauen sich schön auf und beinhalten viele Elemente, wie z.B. verschiedene Samples, dicke Basslines, tolles Drum Play und groovige Melodien. Dadurch entsteht dieser heiße Mix, dem man sich nur schwer entziehen kann (und wenn, habt ihr keinen Geschmack 😉 ).

Mit etwas ĂŒber 30 Minuten ist die Reise relativ kurz gehalten, ermuntert aber somit zum Immerwiederhören und lĂ€sst darauf hoffen, dass ihr nĂ€chstes Goal Tape 003 sein wird 🙂

Neulich beim Online Mucke diggen bin ich ĂŒber die Bandcamp Seite vom Label Staalplaat gestolpert. Staalplaat gibt es seit Anfang der 80er und bietet seitdem ein Zuhause fĂŒr experimentelle und noisige Musik. Bekanntester Vertreter fĂŒr mich ist der bereits schon lang verstorbene Produzent Muslimgauze. Von ihm fand ich dann zwei tolle Tapes auf besagter Bandcamp Seite, die ich mir prompt bestellte. Zum einen gibt es einen 60minĂŒtigen Livemitschnitt eines Auftritts aus dem Jahre 1997. Dieser konzentriert sich vor allem auf die perkussiven Elemente von Muslimgauze Soundwelt, welche ziemlich ruff sein kann. Fast schon meditativ fließen die arabisch inspirierten Percussions in einen treibenden Loop und mischen sich mit modularen Bits und Klangspielereien sowie Samples.

Ein interessantes Klangspiel, dass ich besonders Muslimgauze Fans ans Herz legen möchte. 

Das zweite Tape bietet bisher unveröffentlichtes Material ĂŒber fĂŒnf Tracks, die allesamt mit eher breakigen Beats experimentieren. Auch ist der Sound auf Arab American Radio wieder speziell, man sollte Muslimgauze schon mögen. Der Produzent verachtete Computer und nahm alles analog auf. Originaler Stil! Oft wirken die Tracks unfertig und eher wie GerĂŒste, was den Sound besonders macht. Hauptelement der 20 Minuten Spielzeit sind wieder die Drums, die hier in eine Breakbeat und sogar Drum&Bass Richtung gehen, dabei aber sehr roh gehalten sind. Dazu kommen typische Noise Bleeps und Klickereien, die das loopige Setting zu durchbrechen versuchen. Ein weiteres Release ĂŒber das sich Fans freuen werden. Alle anderen dĂŒrfen gespannt reinhören und sich ein eigenes Urteil bilden.

Es lohnt sich auf jeden Fall auch immer wieder in Staalplaats Bandcamp reinzuschauen, da stĂ€ndig neue interessante Releases dort auftauchen. 

Text: Dubby T.

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